Greenfield-Festival ist eröffnet
Berner Oberland wird durchgeföhnt
publiziert: Donnerstag, 11. Jun 2015 / 18:44 Uhr

Das Greenfield Festival sorgt jeweils Mitte Juni dafür, dass japanische Touristen durch dreitägigen Dezibel-Gegenwind der Stufe 17 auf der Beaufortskala von ihrer eigenen Umhängefotokamera erschlagen werden. Die Täter dieses Jahr: Slipknot, Motörhead, Lamb Of God, Parkway Ride und Heaven Shall Burn.

Jeden verdammten Juni wird das beschauliche Interlaken zur Schweizer Metal-Hochburg und gehört mittlerweile zum Oberländer Ferienort wie die funkelnde Berg- und Uhrenwelt. Und wie alles Deutsche, das in die Schweiz kommt, stand man auch dem Veranstaltungsunternehmen Koko Entertainment bei der Premiere im Jahr 2005 skeptisch gegenüber. Was wollen die jetzt auch noch in den gesättigten Festivalmarkt rein drängen? Hat es überhaupt noch Platz für mehr?

Hat es - und wie! Mit dem Konzept, voll auf Stromgitarren und Doublebass zu setzen, schafften sie das, was vielen Schweizer Veranstaltern in diesem Markt nicht gelang: mit Kontinuität ein Stammpublikum zu erarbeiten. Die Strategie war, von Anfang an auf internationale Top Acts zu setzen - koste es, was es wolle. Von Slayer über Rammstein zu Iron Maiden spielt jedes Mal die Crème de la Crème der Szene auf den Greenfield-Bühnen und bieten ein entsprechendes Spektakel.

Die kleine Schwester von Southside und Hurrican Festival

Finanzieren lässt sich sowas nur, wenn man Anschluss an sogenannte grössere «Schwester»-Festivals hat, von deren Bookingstruktur man profitieren kann. Das Greenfield Festival ist beispielsweise an die deutschen Veranstaltungen Southside und Hurricane Festival gekoppelt.

Das Ziel solcher Kombinationen ist, an einem einzigen Wochenende die Top-Künstler im Package von zwei oder drei Shows an verschiedenen Orten spielen zu lassen - und somit günstiger buchen zu können. Die Einsparung fängt bei den hohen Transport- und Reisekosten, die beispielsweise amerikanische Bands zwangsläufig mit sich bringen, und hört bei den horrenden Gagen (Headliner bekommen je nach Namen zwischen 750'000 Euro bis 1 Mio. Euro) auf, die sich auf diese Weise um 15 - 20 % minimieren lassen.

Slipknot würdige Festival-Opening-Headliner

Vor diesem wirtschaftlichen Hintergrund ist es dann möglich, dass wie gestern Slipknot mit neun (!!) Sattelschlepper Material nach Bönigen fahren und dort eine Bühnenshow abliefern, mit der nicht mal Kiss mithalten können. In dieser Mischung aus Fegefeuer, Explosionen, drehenden und steigenden Drum-Riser sowie unzähligen, teils überdimensionalen Nachbildungen des Leibhaftigen wurden Heuler «AOV», «Wait And Bleed» oder «Duality» noch grösser als sie eh schon sind.

Und das sind die All-You-Can-Eat-Core-Mutanten selber auch. Corey Taylor bei Das Ding TV nach ihrem fulminanten Rock-Am-Ring-Auftritt auf die Frage, ob er damit gerechnet hat: «Nicht im verfickten Leben hätte ich jemals gedacht, dass das so abgeht, Mann. Vielleicht 200'000 Platten, dann hätten wir touren können. Das hätten wir uns gewünscht. Es kam komplett anders. Aber wir haben eh einfach nur gemacht. Weil wenn Du dich zu sehr auf etwas versteifst und es zu sehr willst, kann es nicht mehr natürlich passieren.»

Morgen Lemmy in bester Verfassung

Passiert ist einiges in Interlaken, weitere Highlights waren klar Lamb Of God und Parkway Ride, die ein Brett ablieferten, als gäbe es kein Morgen. Heute geht's u.a. weiter mit den legendären Motörhead, wobei Lemmy nach ein paar besorgniserregenden Monaten wieder in bester Verfassung und sogar neues Material spielen soll. Untötbar, der Mann - und das ist gut so.

(Sascha Plecic/news.ch)

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Felix Steinbild
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