«Die grüne Fee» - Zauberwesen aus dem Jura

Val-de-Travers

publiziert: Mittwoch, 11. Sep 2013 / 10:28 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 11. Sep 2013 / 14:45 Uhr
Ein edler Tropfen: Die «grüne Fee» hat schon so manchen verzaubert.
Ein edler Tropfen: Die «grüne Fee» hat schon so manchen verzaubert.

Vergöttert, verteufelt, verboten - und dann nach fast 100 Jahren rehabilitiert. So liest sich die Geschichte der «grünen Fee» in einem Satz.

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Doch weil diese Geschichte viel zu gut ist für einen einzigen Satz, holen wir etwas weiter aus: Im 18. Jahrhundert destilliert irgendwo im abgelegenen Val-de-Travers ein Schnapsbrenner die ersten Tropfen Absinth. Seinen Beinamen erhält der smaragdfarbene Anisbrand wegen seiner halluzinogenen Rauschwirkung, welche wiederum auf die enthaltenen Thujonen zurückzuführen ist. Das Zauberwesen aus dem Jura wird zum Exportschlager, schubst die Säufer weltweit reihenweise über die Schwelle zum Wahnsinn - bis ihm das Schweizer Gesetz 1910 den Riegel vorschiebt.

Weil sich die Jurassier aber von Gesetzen so ziemlich gar nichts vorschreiben lassen, brauen sie munter weiter, verscherbeln ihre Erzeugnisse entweder unter der Hand oder schmuggeln sie nach Frankreich.

Erst im März 2005 darf die grüne Fee wieder aus dem Schatten der Illegalität treten. Seitdem führen die ehemaligen «Verbrecher» vorbeikommende Wanderer durch ihre Familienbetriebe, erzählen Räubergeschichten, schenken Absinth-Probiererli aus und bieten die hochprozentigen Souvenirs aus dem mystischen Tal zum Verkauf an.

Wie viele dieser Flaschen in einem knappen Jahrhundert verbotenerweise über die heute von Infotafeln, Läden und kleinen Museen gesäumte «Absinthstrasse» zwischen dem Val-de-Travers und dem französischen Pontarlier gelangt sind - wir wagen es nicht zu schätzen...

(asu/sommerguide.ch)

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Niconé.
Felix Steinbild
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